Oktober 2020: zupf.helvetica in Hertenstein

Ein Bericht über diese besondere Arbeitsphase vom 17. und 18. Oktober 2020 in Hertenstein – geschrieben von Petra Pollow und Debra Fesslmeier.

Aufgrund der aktuellen Lage mussten wir schweren Herzens die Probephase im Mai absagen und hofften, diese im Oktober nachholen zu können. Nach intensivem Kontakt mit Frau Schwester Claudia-Pia Steiner war klar, dass wir das Wochenende kostenneutral auf den Oktober schieben dürfen und hofften bis dahin auf eine Normalisierung der Lage. Leider war dies nicht der Fall, aber aufgrund der guten Vorbereitung und eines guten Hygienekonzepts seitens Stella Matutina, konnte die Probephase nicht zuletzt dank eines wunderschönen 95 m2 grossen Proberaumes trotzdem durchgeführt werden.

Der Raum war sehr hell und bot Platz für alle Musiker mit viel Abstand. Sogar ein kleines Konzert durfte geplant und durchgeführt werden, hierzu später mehr.

Wie üblich traf sich das Organisationskomitee und Sonja bereits am Freitag zu einem Meeting. Wir haben uns hier bereits wie zu Hause gefühlt. Nebst den herzlichen Schwestern wurden wir auch von einer farbenfrohen Umgebung empfangen.

Während des Meetings wurde die Planung für 2021 besprochen und einige Termine für die Umfrage während des Wochenendes vorbereitet. Ein wichtiger Punkt war dabei die geplante Konzertreise ins Tessin. Leider mussten wir nach dem Meeting feststellen, dass wir nur noch zu dritt im OK waren und somit starteten wir am Samstag den Aufruf: Wer möchte uns unterstützen?

Wir hatten nicht erwartet (aber insgeheim gehofft), dass sich bereits während der Probephase jemand meldet, der/die uns tatkräftig unterstützen möchte. Umso schöner, dass sich Debra gemeldet hat. Sandra, Nanni und ich sind sehr froh darüber. Herzlich Willkommen liebe Debra und wir sind so froh, dass wir wieder zu viert sind, was natürlich andere nicht davon abhalten soll, sich ebenfalls zu melden.

So und jetzt übergebe ich an Debra, die das Probewochenende näher beschreibt:

Vielen Dank für die herzliche Aufnahme ins OK! Auch ich hätte nicht erwartet, dass ich nach dieser Probephase mit mehr Verantwortung nach Hause gehe, als ich gekommen bin, aber dieses Jahr steckt voller Überraschungen und man weiss nie, was als Nächstes kommt…

Unsere gemeinsame Motivation war ein auffälliges Merkmal, welches sich durch unser Wochenende zog. Da im Mai die Probephase Opfer des Lockdowns wurde, war anfangs Februar das letzte Mal, als wir zusammen geprobt hatten. Nach einer langen kulturellen Auszeit hatten wir das gemeinsame Musizieren vermisst. Um unseren Bundesrat zu korrigieren: Gewisse Dinge sind nicht unnötig, sie sind vielleicht nicht dringend. Man kann es aufschieben, aber irgendwann muss es nachgeholt werden. Nach eigenen Angaben war es vor allem für Sonja ein besonderes Ereignis. Für sie als Berufsmusikerin war es kein leichtes Jahr. Finanziell wie auch seelisch war diese Probephase daher ein grosser Erfolg für sie und ihre Begeisterung spiegelte sich in ihrem wiederholten Lob für unsere Konzentration und Gruppendynamik wider.

Innert kurzer Zeit erarbeiteten wir gemeinsam Stücke aus unserem Repertoire sowie die neuen Projekte vom Februar. Wir sind inzwischen ein gut eingespieltes Team, alle haben sich fleissig für die Probe vorbereitet und die Stimmen waren ausgeglichen besetzt. Der Raum, der uns zugeteilt wurde, eignete sich hervorragend für die Probe. Das Ganze wurde dadurch beflügelt, dass nach so langer Zeit endlich wieder ein Vorhaben stattfinden konnte und wir zudem die Aussicht auf ein kleines Konzert hatten.

Dieses fand am Sonntag in der angrenzenden Kirche statt und war ein krönender Abschluss unseres Wochenendes. Sozusagen die Schokoladensauce auf dem Sahnehäubchen über der Meringue – nach der Fastenzeit. Bei der Vorprobe lernten wir erneut, wie wichtig diese sein kann. Die Akustik in der Kirche war leicht hallend, weshalb wir das Tempo bei einigen Stücken reduzieren mussten. Ja, es lag nur an der Akustik! Pünktlich zum Fototermin war auch Petrus gnädig und liess die Sonne strahlen. Entgegen Sonjas Erwartungen («Wir ziehen das durch, auch wenn nur drei Leute im Publikum sitzen.») hatten wir etwa 25 ZuhörerInnen, darunter auch der Komponist einer zukünftigen Auftragskomposition, auf die wir uns jetzt schon freuen.

Noch vor einem Jahr waren die Planung und Durchführung eines solchen Anlasses wesentlich einfacher. Mit Maske, ohne Maske, da Desinfektionsmittel, dort Abstand… Das erfordert von allen Teilnehmern Disziplin und Durchhaltevermögen, aber der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Obwohl man es unter der Maske nicht gesehen hat, bin ich sicher, dass jeder mit einem Lächeln nach Hause gegangen ist.

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