Ein Leben für Mandoline, Gitarre und Zupforchester

zum Tod von Elsi Koller
1939 – 2020

Kurz vor Weihnachten ist Elsi Koller im Alter von 81 Jahren infolge ihrer schweren Krankheit gestorben. Ihr unermüdlicher Einsatz für die Mandoline soll hier nachgezeichnet werden. Bereits als 10jährige erlernte sie das Mandolinenspiel bei Jenny Kosa in Wallisellen. Auf Grund ihrer Begabung durfte sie schon im Gründungsjahr des MGOD (Mandolinen-und Gitarrenorchester Dübendorf) 1951 am Konzert mitspielen.

Ein Jahr später, als Sekundarschülerin, fuhr sie regelmässig mit Zug oder Velo ins Nachbardorf zur Probe und konnte als Mitglied aufgenommen werden. Ausser ihren Aufenthalten im Welschland und in Israel blieb sie diesem Verein treu bis kurz vor ihrem Tod. Ihre Verdienste im MGOD werden separat gewürdigt.

Zurück von ihrem Welschlandjahr erlernte Elsi den Beruf der Damenschneiderin. Bald danach arbeitete sie nur noch Halbtags und unterrichtete am Nachmittag als Assistentin von Jenny Kosa Mandolinen- und Gitarrenschüler. Zu jener Zeit gab es kaum Lehrer für Zupfinstrumente und die Nachfrage war gross. Die Jugendmusikschulen der Gemeinden wurden erst in den 70er Jahren nach und nach gegründet.

Durch die Heirat mit Kurt Koller, auch ein Mandolinenspieler, einem Ortswechsel und der Geburt zweier Kinder, unterbrach Elsi vorerst ihre Unterrichtstätigkeit. Sie war jedoch stetig bestrebt sich in Lehrgängen des Zupfmusik-Verband Schweiz ( früher SMGOV) weiter zu bilden: Sonderlehrgang für Mandolinenlehrer, Fachseminar für Mandoline, Kammermusikkurse und ein Dirigentenkurs. Im langjährigen Einzelunterricht bei Ruth Gygax, Winterthur, verfeinerte sie ihre Technik, Musikalität und Literaturkenntnisse.

Nebst ihrer Leitung des MGOD, einer langjährigen Mitwirkung im Zürcher Zupfmusik Ensemble und beim Zitherverein Zürich (Gitarre), war Elsi eine gefragte Verstärkung für diverse andere Schweizer Mandolinen-und Gitarrenorchester. Mit ebenso viel Freude war sie auch eine eifrige, interessierte Konzertbesucherin der Verbandsorchester und freute sich an Begegnungen und fachlichem Austausch.

Zu Elsi’s Eigenschaften gehörten Zuverlässigkeit und Genauigkeit nicht nur in der Musik, und so wurde sie 1993 als Kassierin in den Vorstand des Verband gewählt. Mit Elan und geschätzter Kassenführung führte sie dieses Amt bis zum Generationenwechsel 2013 aus, also ganze zwanzig Jahre.

Ebenso lange, bis zu ihrer Pensionierung, unterrichtete Elsi an der Jugendmusikschule Dietikon Mandoline und Gitarre und einige Jahre auch in Urdorf. Sie war eine geschätzte Lehrerin.

Ja, Mandolinen- und Gitarrenmusik war Elsi’s Leidenschaft. So möchte ich stellvertretend für alle Zupfmusikbegeisterten und auch im Namen des Zupfmusik- Verband Schweiz ein ganz grosses herzliches Dankeschön an Elsi Koller aussprechen. Sie wird uns allen in guter Erinnerung bleiben.

Ruth Gygax, 31.12. 2020

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