Auch dieses Jahr war der Kurs ein voller Erfolg! Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihre Erfahrungen in Worte gefasst.
Zum bereits 37. Mal fand vom 20. bis 24. Mai 2026 der diesjährige Kurs für Gitarre und Mandoline «Magliaso 2026» des Zupfmusik-Verbands Schweiz statt. Mit vier weiteren MitspielerInnnen war ich erstmals dabei. Neben täglichem Einzelunterricht für 20 TeilnehmerInnen, gab es ein Forum zur Auftrittsübung sowie Anleitung zu Kammermusik und Orchesterspiel, mit einer Aufführung am letzten Abend. Die Freude am gemeinsamen Musizieren stand immer im Vordergrund und zeigte uns, dass eine Aufführung mit Laien auch dann gelingen kann, wenn nicht alles perfekt ist.
In der wunderbaren Umgebung des Centro Magliaso mit Blick auf den Luganer See, das neben uns Musikinteressierten auch Gruppen von Jugendlichen und Menschen mit Einschränkungen beherbergte, war der Alltag schnell vergessen und die Aufmerksamkeit auf die feinen Details des Mandoline- und Gitarrespielens gelenkt. Mit ihren unterschiedlichen Temperamenten haben die drei Dozenten uns an die für die Abschlussaufführung ausgewählten Musikstücke herangeführt. So hatte Carlo Aonzo ein Stück von Vivaldi für Mandoline und Gitarre arrangiert, während Michael Tröster und Steffen Trekel Eigenkompositionen im Bereich Rock mit uns einstudierten.
Neben täglichem Unterricht konnten wir mit Michael Tröster auch einen Einblick ins Tai Chi gewinnen. Fast niemand hat sich diese Stunden auf dem Kieselsteinplatz im Centro entgehen lassen. Mein Fazit: Nächstes Jahr bin ich wieder dabei und freue mich darauf, dann einige TeilnehmerInnen wiederzutreffen. Herzlichen Dank für die lehr- und erlebnisreichen Kurstage!
Birgit
Wie immer ist dieser Kurs ein Highlight 🎶🎵🦋🌷
ich kann lange davon zehren 🎶🎵🐞🍀🤗
Komplimente für euer Dream Team 👍☀️💖
VIELEN DANK. Herzliche Grüsse
Cecile
Buongiorno Esther, ti ringrazio tanto per la tua organizzazione! Eri sempre disponibile per risolvere e rispondere a tutti partecipanti.
L’ambiente era bellissimo perché tanti musicisti sono professionali e tutti mi hanno incluso con armonia nel lavoro e il piacere di stare qui insieme.
I tre professori creano quest’armonia. Le lezioni con l’orchestra e la possibilità d’aver corsi privato erano un regalo di ogni giorno!!!
Il Tai Chi alla mattina era anche un bel lavoro perché tutto la musica e il lavoro del corpo partecipano all’armonia dell’Universo.
Allora a l’anno prossima con tanto piacere!
Isabelle Ewald
Der Magliasokurs war einmal mehr sehr gut organisiert!
Bei familiärer Stimmung und bestem Wetter erlebten wir lehrreiche und erfüllende Musiktage.
Das konstruktiv motivierende Dozieren der äusserst kompetenten Lehrkräfte hat die individuellen Lernschritte der Teilnehmenden einmal mehr wunderbar begleitet.
Trotz jahrzehntelanger Erfahrung fordert die Leitung die Teilnehmenden auf, Anregungen zur Optimierung anzubringen, welche ernst genommen werden.
Allseits herzlichen Dank!!!
Rita S.
Wie ich Magliaso 2026 erlebt habe
1. Anfangsrunde
Gelassen und doch spürbar neugierig und energie-geladen stehen die drei Dozenten in den Startlöchern. Sie wissen, dass sich das reichhaltige Lernangebot, das in einem ferienhaften, lockeren Ablauf daherkommt, auch dieses Jahr wieder bewähren wird. Die gute Stimmung zwischen den drei sehr verschiedenen Charakteren ist für uns Teilnehmer/innen sehr wohltuend.
Esther erklärt die Abwicklung des Programms, das man mit viel individuellem Spielraum auf die eigenen Lernbedürfnisse abstimmen und mit dem Ferienangebot des romantischen Ortes am See kombinieren könne.
Bei mir besteht dann die Gefahr, dass ich mir – wie im Selbstbedienungsrestaurant – nichts von all den leckeren Sachen entgehen lassen möchte, was in diesem Zusammenhang aber auf harte Übe-Arbeit, Schläfrigkeit in den abendlichen Orchesterproben, Schwänzen der anschliessenden gemeinsamen Grotto-Besuche, etc. hinausläuft, von Schwimmen, Sünnelen und Spazieren ganz zu schweigen. Die Zeit reicht gerade noch für eine morgendliche Runde Joggen im Wald, quasi vor Sonnenaufgang.
2. Wecken des Chi
Das «Tagesmenü» beginnt mit Tai-Chi unter der Leitung von Michael. Bestimmte Körperstellungen und Bewegungsabläufe bringen dich in Kontakt mit Energieflüssen, die in Übereinstimmung mit kosmischen Kräften auch für bewusst gesteuerte motorische Aktionen (u.a. Kampf) erschlossen werden können. Besonders relevant ist für uns, dass auch die Musik ihre Kraft aus solchen intuitiven Energiebahnen in Verbindung mit motorischer Umsetzung auf Klang erzeugenden Instrumenten holt. Dadurch werden Erlebnisse kommunizierbar, die sich der sprachlichen Mitteilung entziehen.
Bei meinen Umsetzungsversuchen, das muss ich gestehen, liessen diese verborgenen Energiepotentiale aber eher auf sich warten. Da war Michaels unverblümte Aufforderung (viel später beim Vorspielen in einem Arbeitsforum), ich solle doch kraftvoller gestaltend und risikofreudiger spielen, immer noch wirksamer.
«Weichgekocht» (tief entspannt und «kampfbereit» zugleich) geht man nach dem geheimnisvollen Tai-Chi zunächst in eine nüchterne Technikstunde. Auf mich (als Teil einer Mandolinen/Mandolen Gruppe) wartete da Carlo.
3. «Traumreisen»
…nennt Carlo eine seiner Kompositionen, die sich als ein Konzentrat von halsbrecherischen Techniken auf der Mandoline entpuppt (glücklicherweise spielte uns Carlo dieses fast teuflisch schwere Stück erst am Schluss des Kurses vor. Wir wären verzweifelt). Zunächst empfängt uns Carlo aber ganz unschuldig mit den harmlosesten Auf- und Abschlagübungen (offenbar bilden sie Geheimnis und Grundlage aller Virtuosität). Die Steigerung des Tempos hat es aber in sich. Ähnlich geht es uns mit einigen Grundakkorden, die sich über das ganze Griffbett in alle Tonarten verschieben lassen – raffiniert und ganz einfach – bis eben… (das Tempo). Am Schluss kontrolliere ich, ob alle meine Finger noch an ihrer Stelle sind.
Aber wie kann man technische Übungen als «Traumreisen» empfinden? Die Akkorde und ihre Gesetzmässigkeiten (die Carlo schon als Kind von seinem Vater beigebracht bekam) sind für ihn das Tor zur Musik. Seine Komposition ist «den Träumer/innen gewidmet, welche Hindernisse auf ihrem Weg zum Ziel als Anreiz zum Weitermachen verstehen, denn nur die entschlossensten Reisenden werden ankommen».
4. work in progress
Die Stunde der Wahrheit für den Stand des eigenen Könnens schlägt in der Einzelstunde (bei Bedarf zusammen mit Kolleg/in) beim Präsentieren eines selbst ausgewählten Stücks, das man einstudieren und ev. am Schlusskonzert vorspielen möchte. Die Dozenten beweisen Geduld und sind mit Hilfe handwerklicher und interpretatorischer Art zur Stelle.
Fast ebenso lehrreich sind die Einblicke in die Arbeit anderer Ensembles, deren Probe-Darbietungen samt Dozentenkommentaren man in Arbeitsforen beiwohnen kann.
5. kreative Gestaltung
Wenn alle Töne sitzen und auch im richtigen Moment und in einem schönen Fluss wieder abrufbar sind, kommt noch die Dynamik, Interpretation und weitere Ausgestaltung hinzu. Beim häufigen Wiederholen eines bereits geläufigen Stücks, beginnt, wenn die Musen Gnade walten lassen, das eigentliche Spielen», d.h. man kann selbst ein wenig variieren und dem Stück einen gewissen Charakter geben. Das so verstandene Spielen macht grosses Vergnügen und drängt einen, andere daran teilnehmen zu lassen – so gesehen (in vollkommener Form) bei unsern drei Dozenten, als sie am vorletzten Abend zu dritt für uns ein Konzert gaben. Uns diese Freude an der Musik weiterzuvermitteln, haben sie sich zur Aufgabe gemacht.
Bei mir ist diese Freude am Vorspielen vor Publikum auf undurchschaubare Weise seelisch heikel und getrübt. Michael ist mir da allein schon durch seine Gelassenheit eine grosse Hilfe.
6. krönender Abschluss
Da ich gern Teil eines grösseren Ganzen bin, gefällt mir das Mitspielen in der grossen Formation des Orchesters sehr, auch wenn das Einüben eines Stücks vergleichsweise aufwendig ist. Aktiv inmitten eines solchen vibrierenden Klangkörpers zu sein, fesselt mich immer wieder neu und macht mich glücklich. Diese wortlose Verbundenheit über ein gemeinsames Erlebnis, war wohl nicht nur für mich die Krönung des ganzen Kurses.
Martin Dormann, Basel
Das gemeinsame Musizieren, Einzelunterricht bei Carlo Aonzo, Schwimmem im See und die glücklich empfundenen Begegnungen mit vertrauten Magliaso-Musikerinnen und den ‚Neuen‘ aus der Innerschweiz vermischen sich zu einem einzigartigen Gesamteindruck dieser Kurstage im Mai 2026. Schöne Fotos helfen mit, sie als Gesamtereignis zu verklären. Das Musizieren mit Martin, Petra und Rita Sager mit Blick auf den Lago di Lugano und die blühenden Rosen bewies mir wieder einmal, dass Kammermusik mit begeisterten guten MusikerInnen die sublimste und intimste Form der Kommunikation ist. Dort auf dem Bänkli vor der Palme mit dem Rosenbusch studierte ich die für Mandoline arrangierte erste Cellosonate von J.S. Bach für mich ein, die ich an einem Verkaufsstand während des Eurofestivals in Bruchsal gefunden hatte. Mittlerweile habe ich sie mehrfach Freunden vorgespielt und auch meine Geigenlehrerin Gwendolyn Masin mit diesem Arrangement für Mandoline verzaubert. Unvergesslich sind mir Michael Trösters kluge, warmherzige Kommentare und der Beifall der Zuhörenden, als ich zwei Sätze aus dieser Cellosonate im Forum zum Besten gab. Carlo brachte mich mit technischen Ratschlägen und hohen musikalischen Anforderungen weiter, so dass ich mich auf seinen Unterricht während seiner Accademia in Acqui Terme (im August) freue. Meine Begeisterung für Bachs Cellosonate und meine Faszination für eine Lautensonate von Sylvius Leopold Weiss, die ich seit Wochen auf der Mandoline einstudiere, teilte Carlo zu meiner Freude. Das Abschlusskonzert war wieder ein Höhepunkt und hätte nach meinem Geschmack doppelt so lang sein können! Die drei sehr verschiedenen Werke, die wir im Orchester mit Carlo, Michael und Steffen einstudierten, bestätigten mir, was mir bei den Konzerten der deutschen Landesorchester in Bruchsal aufging: die Mandoline ist ein für alle Arten von Musik exzellent geeignetes Instrument; manche Arrangements für Mandolinenorchester übertreffen an Klangschönheit das Original (meist Streichorchester). Die Trennung zwischen U- und E-Musik erweist sich vollends als überholt, wenn Virtuosität und musikalische Intensität gefragt sind und Zuhörende mitreißen.
Ich danke Esther für die routinierte Vorbereitung und Organisation der Tage, auch den drei Lehrern für die guten Ratschläge.
Barbara Mahlmann-Bauer



















